Schon einen ganzen Monat lang gab es viele Veranstaltungen wie dieses Ausstellung in der berühmten New York City Libary, zu deren rießigen Archiv auch eine sehr nette und interessante Sammlung von Dokumenten der Homobewegung in den 60er und 70er Jahre zählt. Der Höhepunkt war aber natürlich die die große Gay Pride Parade vom Central Park über die 5th Avenue in die Christoper Street im (Greenwich) Village.
Besonders rührend natürlich die echten Veteranen, die auch damals schon dabei waren, sei's bei den Unruhen in und vor dem Stonewall In oder in einer der wichtigen Gruppen, die sich daraufhin gründeten und die Gesellschaft für uns so nachhaltig veränderten.
Ansonsten eine rießige Parade, die weniger durch große Wagen mit lauter Musik geprägt war, als vielmehr durch eine unglaubliche Vielzahl unterschiedlichster Gruppen.
Anfangs dachte ich, dass das Thema Gay Mariage, das die öffentliche Diskussion über Schwule und Lesben in den USA so dominiert, auch im Mittelpunkt dieser Parade stehen würde.
Aber erfreulicherweise gab es doch ein sehr breites Spektrum von Themen bis hin zu wirklich linken Gruppen und Forderungen.
Auch die Politiker konnten sich natürlcih die Chance nicht entgehen lassen, Stimmung zu machen. New Yorks Bürgermeister Mike Bloomberg, der versucht eine normalerweise nicht übliche dritte Amtszeit zu bekommen und Chuck Schumer, einer der wichtigeren Senatoren im US Senat.
Was ich am Anfang ziemlich nervig fand, stellte sich mit der Zeit als faszinierende logistische Leistung heraus: Um die Parade durch das gesamte Downtown Manhatten ziehen lassen zu können, fand sie quasi bei laufendem Verkehr statt. Sobald es eine kleine Lücke im Zug gabe, durften Autos, Busse und Fussgänger durchgehen.
Was aber auch den Effekt hatte, dass sich die Parade über acht Stunden hinzog und es teilweise auch nicht so einfach war, sich fortzubewegen.
Auch ohne Alokohl hatten wir ziemlich viel Spaß
Trotzdem konnten wir uns es nicht nehmen lassen, den vielen Vorbildern zu folgen und - ganz stolz - Getränke in den üblichen brown bags zu uns zu nehmen.
Die Freude bei uns dummen Deutschen mitten auf der Straße währte allerdings nicht lang. Schon nach kurzem kam ein Polizist, der denjenigen von uns ohne Ausweis festnehmen wollte und von uns anderen $25 Strafgebühr haben wollte. Vielleicht auch weil zwei sehr nette Amerikanerinnen sich bei ihm für uns einsetzen, lies er uns dann aber mit einer Verwarnung ziehen, die gewirkt hat. Etwas schockiert zogen wir dortin weiter, wo dem Alokohl keine Grenzen gesetzt waren.








